Kunden: Nationalpark Bayerischer Wald, Nordkettenbahnen Innsbruck
Partner: Protect our Winters Austria, Innsbruck Tourismus
CiMo Partner: Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH
Involvierte EDIHs: Crowd in Motion, DinO
Herausforderung
Der Tourismus in Bergregionen befindet sich im Wandel: Klimawandel, veränderte Reisegewohnheiten, Fachkräftemangel und ökologische Herausforderungen verändern die Art, wie Menschen Urlaub machen – und das längst nicht mehr nur im Winter. Gleichzeitig eröffnen digitale Technologien, smarte Datenlösungen und nachhaltige Innovationen neue Chancen für einen zukunftsfähigen Tourismus in sensiblen Regionen.
Um diese Herausforderungen auf praktische und regional zugeschnittene Weise anzugehen, haben sich zwei Tourismusdestinationen mit den EDIHs CiMO und DInO zusammengetan, um innovative digitale Lösungen zu identifizieren.
Der Nationalpark Bayerischer Wald bietet vielfältige Naturlandschaften und ein breites Spektrum an Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten, Wandern, Tierbeobachtungen und Umweltbildung. Der Park spielt eine Schlüsselrolle bei der Förderung des regionalen Tourismus und sorgt dabei für einen Ausgleich zwischen Naturschutzbemühungen und den Interessen der Besucher. Er steht vor Herausforderungen im Zusammenhang mit sich änderndem Besucherverhalten, klimatischen Bedingungen und nachhaltigen digitalen Lösungen.
Die Nordkette-Seilbahn Innsbruck ist eine wichtige touristische Infrastruktur, die das Stadtzentrum mit der umliegenden Alpenlandschaft verbindet. Die Nordkette spielt eine zentrale Rolle im ganzjährigen Tourismus und bietet Zugang zu Wanderwegen, Skipisten und Aussichtspunkten. Mit digitalen Lösungen werden wetterunabhängige und personalisierte Erlebnisse ermöglicht.
Die Ideenkampagne wurde in Zusammenarbeit mit dem Verein Protect Our Winters Austria und Innsbruck Tourismus durchgeführt:
Der Verein Protect Our Winters Austria möchte durch eine Vielzahl von Projekten und Kampagnen ein breites Bewusstsein für nachhaltige Mobilität und den allgemeinen Klimaschutz schaffen. Er beteiligte sich an der Kampagne, um die Öffentlichkeit für das Thema resilienter und nachhaltiger Tourismus zu sensibilisieren
und diesen insgesamt zu fördern.
Innsbruck Tourismus ist die offizielle DMO (Destination Management Organisation) für die Region Innsbruck. Ziel war es, die Seilbahn Nordkette bei ihrem Vorhaben zu unterstützen, Ideen zu sammeln, die dazu beitragen, das touristische Angebot widerstandsfähiger zu gestalten: nachhaltiger und digitaler.
Methode
Die Ideenkampagne „Bergvisionen 2030 – Nachhaltig. Digital. Ganzjährig. International.“ wurde auf der Open-Innovation-Plattform für Ideen-Crowdsourcing „IdeaSpace“ ins Leben gerufen.
Die Themenbereiche, zu denen Ideen eingereicht werden konnten, sowie die gestellten Teilfragen waren auf die beiden Regionen zugeschnitten.
Die Nordkette Seilbahnen Innsbruck suchte nach Ideen, um das ganzjährige Bergerlebnis durch neue Dienstleistungen, digitale Tools und interaktive Technologien zu verbessern – mit dem Ziel, wetterbedingte Herausforderungen besser zu bewältigen, das Gästeerlebnis zu personalisieren und unvergessliche „Wow“-Momente für lokale und internationale Besucher zu schaffen.
Die Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald suchte nach Ideen, um das Reiseziel durch neue digitale Services, personalisierte Gästekommunikationstools und smarte Lösungen, die ihre nachhaltige Identität unterstreichen und ihre Widerstandsfähigkeit stärken, ganzjährig für verschiedene Besuchergruppen attraktiver zu machen.
Der Wettbewerb wurde über die Netzwerke der teilnehmenden EDIHs und der Reiseziele auf verschiedenen Online- und Offline-Kommunikationskanälen beworben. Zielgruppen waren Stamm- und potenzielle Gäste, Touristen, Studenten sowie die wachsende IdeaSpace-Community mit über 2400 Mitgliedern.

Aus 60 innovativen Einreichungen wurden von einer interdisziplinären 15-köpfigen Expertenjury in einem dreistufigen digitalen Bewertungsverfahren drei Ideen pro Region ausgewählt. Eine Idee pro Region wurde von der Community zum Community-Gewinner gewählt.
Die von der Fachjury ausgewählten Siegerkonzepte und der von der Community gewählte Favorit wurden am 6. August 2025 im Rahmen eines Online-Events mit dem Titel „Open Innovation Talk Award and Business Speednetworking“ ausgezeichnet.
Gewinnerideen
🏅Nationalpark Bayerischer Wald:
- Columbus – Stefan Riedel
- Solar-Hotspots – Frank Dobbert
- Bergwald.Bildet – Jessica Skowron
🏅 Nordkettenbahnen Innsbruck:
- Waldblick 360° – Stefan Fischer
- Outdoor Office Pods – Frank Dobbert
- The Return App – Frank Dobbert
🏆 Community-Gewinnerideen
- „Bergblick – der interaktive Wanderführer“ (jo_vetter)
- „Besucherstrom-Management – Heatmaps für dynamische Preisgestaltung“ (Thomas Gsenger)
Die nächsten Schritte werden in Zusammenarbeit mit unserem EDIH-Partner DInO entwickelt. Es werden Umsetzungsworkshops folgen, und zwei der Gewinnerideen werden Teil des Hochschulwettbewerbs „Real Projects“ an der Hochschule Deggendorf sein, an dem über 150 Studierende teilnehmen.
Darüber hinaus wurde eine der Gewinnerideen aus der Community, „Bergblick“, vom Nationalpark Bayerischer Wald bereits als digitaler Besucherführer auf Basis der Konzeptidee umgesetzt.
Ergebnisse und Impact
Digitalisierung von Services
Die meisten der eingereichten Ideen beinhalten digitale bzw. technische Komponenten. Sie lösten interne Diskussionen über ein modernes Besuchererlebnis aus, das den Erwartungen einer zunehmend digitalen Gesellschaft gerecht wird. Einige der Ideen wurden bereits in konkrete Projekte umgesetzt, wie beispielsweise interaktive Führungen oder digitale Wegweiser für barrierefreies Reisen.
Steigerung der digitalen Reife
Der Wettbewerb förderte eine Kultur der digitalen Innovation innerhalb der Unternehmen, indem er sie mit neuen Technologien und Denkweisen konfrontierte. Durch das Durchsehen der eingereichten Ideen lernten die Mitarbeitenden Themen wie Smart Data und digitale Kundenkommunikation kennen. Dieses Engagement förderte die Entwicklung digitaler Kompetenzen und steigert die digitale Reife des Unternehmens. Der Prozess verbesserte die Zusammenarbeit zwischen den Reisezielen und den EDIHs erheblich, da sie eng zusammenarbeiten mussten, um das Innovations- und Umsetzungspotenzial der vorgeschlagenen Ideen zu bewerten. Durch die Einbindung von Experten aus den Bereichen Technologie, Tourismus und Wissenschaft entstanden neue interdisziplinäre Netzwerke, um die Zusammenarbeit bei digitalen Initiativen und Innovationen voranzutreiben.
Erhöhung der Innovationsfähigkeit
Durch die Einbindung externer Ideen und die Zusammenarbeit mit Jurymitgliedern aus verschiedenen Fachbereichen konnten die teilnehmenden Kunden ihr Innovationspotenzial deutlich steigern.
Die Nutzung von Open-Innovation-Plattformen und Partnerschaften mit externen Akteuren beschleunigt den Zugang zu digitalen Lösungen und eröffnet neue Möglichkeiten in Bereichen wie Datenmanagement, Gästekommunikation und ganzjährigen Tourismusangeboten. Die Regionen positionierten sich als potenzielle Pilotregionen für digitale Innovation in den Alpenregionen.
Wahrgenommener sozialer/wirtschaftlicher Impact
Der Ideenwettbewerb „Bergvisionen 2030“ hat sowohl für die soziale Inklusion als auch für die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit im Alpentourismus bedeutende Impulse gesetzt. Durch die Öffnung des Innovationsprozesses für ein breiteres Publikum – darunter junge Menschen, Anwohner, Kreative und akademische Partner – hat die Initiative die Vielfalt der Perspektiven bei der Gestaltung des Tourismus der Zukunft erheblich erweitert. 60 eingereichte Ideen und das aktive Engagement von Hochschulen (z. B. die Beteiligung von Mitarbeitern und Studierenden der Fachhochschule Deggendorf oder der Fachhochschule Salzburg) belegen diese integrative Reichweite.
Der Wettbewerb hat erfolgreich den Bedarf an Tourismuskonzepten aufgegriffen, die für breitere Zielgruppen zugänglich und attraktiv sind. Viele der eingereichten Ideen konzentrierten sich auf familienfreundliche, seniorengerechte und ganzjährige Angebote – wodurch der Fokus über den traditionellen Wintersport hinaus verlagert wurde.
Die Initiative förderte die Entwicklung zukunftssicherer Tourismusdienstleistungen, die weniger von Schnee und Hochsaisonen abhängig sind. Zu den Gewinnerideen gehörten Konzepte wie Outdoor-Büro-Pods und eine Plattform für barrierefreies Reisen – beides kann neue Einnahmequellen erschließen und neue Zielgruppen anziehen (digitale Nomaden, Familien, Menschen mit Behinderungen). Der Wettbewerb legte den Grundstein für sektorübergreifende Partnerschaften zwischen Tourismusunternehmen, Technologieanbietern und regionalen Akteuren – und stärkte damit die langfristige wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit.
Da bereits auf der Siegerehrung erste Gespräche zwischen den Ideengebern und potenziellen Umsetzungspartnern aufgenommen wurden, wird erwartet, dass der Ideenwettbewerb „Bergvisionen 2030“ einen nachhaltigen strukturellen Einfluss darauf haben wird, wie Bergregionen über eine nachhaltige und inklusive Tourismusentwicklung nachdenken, und gleichzeitig neue Perspektiven auf digitale und innovative Lösungen eröffnen wird, um diesen Wandel voranzutreiben.
