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KI greifbar machen: AI Activation Labs für den Kulturbereich

Kunden: österreichische Museen und Gedenkstätten

CiMo Partner: Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH

Herausforderung

Viele österreichische Museen stehen im Bereich der Digitalisierung vor ähnlichen Herausforderungen: Sie haben große Sammlungen an Artefakten und Dokumenten, die zum Teil nicht digitalisiert sind und in einem zeitaufwändigen, häufig manuellen Prozess digitalisiert werden müssen; bestehenden Fachdatenbanken fehlen oft wesentliche Funktionen, die interne Prozesse beschleunigen und den Alltag erleichtern würden und generell sind die personellen und finanziellen Ressourcen begrenzt. Gleichzeitig wünschen sich Besucher:innen immer mehr digitale und barrierefreie Angebote sowie personalisierte Besuchererlebnisse.

KI bietet in diesen Bereichen erhebliche Chancen. Vielen Museen fehlt jedoch das Bewusstsein für die Möglichkeiten der KI, insbesondere über die einfache Text- und Bildgenerierung mit Large Language Models hinaus. Es fehlen auch die strategischen Rahmenbedingungen, die für die Bewertung und Einführung solcher Technologien erforderlich sind.

Methode

Um diese Lücke zu schließen, wurde das AI Activation Lab im Rahmen von Crowd in Motion entwickelt: ein eintägiger Workshop, der Museen dabei hilft, KI zu verstehen, passende Anwendungsfälle zu finden und erste strategische Schritte für die KI Implementierung zu planen. Der Ansatz basiert auf Design Thinking und ist bewusst praxisnah gehalten.

Der Workshop umfasst vier Teile:

  • Einführung in KI mit praktischen Übungen (Texte, Bilder, Datenanalyse)
  • Analyse von Problemen und Arbeitsabläufen im Museum (Process Mapping und Pain Point Identifikation)
  • Entwicklung konkreter KI-Ideen und Use Cases (Exploration passender KI Technologien, Entwicklung von Use Cases, Datenanforderungen, Make-or-Buy Analysen, rechtliche und ethische Überlegungen)
  • Definition nächster Schritte zur Umsetzung des definierten Anwendungsfalls

Im März 2025 startete ein Pilotworkshop mit vier Museen in Kärnten. Danach folgte der österreichweite Rollout über den Museumsbund mit zahlreichen erfolgreich durchgeführten Workshops.

Ergebnisse und Impact

Insgesamt wurden 30 österreichische Museen dabei unterstützt, sich strukturiert und praxisnah mit KI auseinanderzusetzen. Die Teilnehmenden gewannen ein Verständnis dafür, dass KI weit über ChatGPT hinausgeht und verschiedene Technologien und Anwendungsfälle umfasst. Auch mit wenig digitaler Vorerfahrung konnten im Workshop konkrete Ansatzpunkte für die Einführung von KI identifiziert und konkrete KI-Roadmaps für die weitere Entscheidungsfindung und Folgeprojekte ausgearbeitet werden.

Beispielhafte Anwendungsfälle, an denen gearbeitet wurden:

  • Automatisierte Metadatenerstellung für Sammlungsobjekte
  • Computer Vision zur Objektidentifizierung und visuellen Analyse
  • Mehrsprachige Ausstellungstexte und Audioguides
  • Transkription historischer Handschriften (Kurrent, Fraktur)
  • Personalisierte Besucherführung
  • KI-gestützte Bearbeitung von E-Mails und Anfragen