Ein vom European Digital Innovation Hub (EDIH) „Crowd in Motion – AI“ unterstütztes Digitalisierungsprojekt wurde beim EDIH Network Award for Excellence 2026 unter die drei Finalist*innen gewählt und beim EDIH Summit in Brüssel mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Das Projekt zeigt, wie Design Thinking, digitale Modellierung, Prototyping und digitale Fertigung dazu beitragen können, die Bedeutung der Renaturierung von Mooren für den Klimaschutz anschaulich zu vermitteln. Insgesamt wurden 69 Success Stories aus zwölf Ländern eingereicht. Drei Projekte kamen in die engere Auswahl.
Die International Union for Conservation of Nature beschreibt Moore als Ökosysteme, in denen ganzjährig nasse Bedingungen den Abbau von Pflanzenmaterial verlangsamen und dadurch Kohlenstoff im Torfboden gespeichert wird. Moore spielen eine wichtige Rolle im Klimaschutz, weil sie unter nassen Bedingungen Kohlenstoff langfristig im Boden speichern. Werden Moore entwässert (z.B. für die Gewinnung von landwirtschaftlichen Flächen, den Siedlungsbau oder den Torfabbau), kann dieser Kohlenstoff wieder als Treibhausgas freigesetzt werden. Anschauliche Modelle können daher helfen, die Renaturierung sowie deren Klimawirkungen besser zu erklären, etwa in Bildung, Beratung, Verwaltung oder der öffentlichen Kommunikation.
Das im Rahmen unseres European Digital Innovation Hub (EDIH) „Crowd in Motion – AI“ entstandene Modell wurde nun beim EDIH Network Award for Excellence 2026 in Brüssel ausgezeichnet.
Vom digitalen Prototyp zum verständlichen Moormodell
Im Mittelpunkt dieser Success Story steht die Entwicklung eines interaktiven Moormodells für das Beratungsunternehmen für Schutzgebietsmanagement und Klimaschutzprojekte sonntagplus. Das Projekt wurde von Fablab Tirol, Partner im EDIH „Crowd in Motion – AI“, umgesetzt. Ziel war es, komplexe ökologische Zusammenhänge rund um Moore, Entwässerung und Renaturierung in ein physisches, verständliches und interaktives Modell zu übersetzen. Der Entwicklungsprozess begann mit einem EDIH Design Sprint, gefolgt von einem Proof of Concept- sowie einem Minimum Viable Product-Bootcamp, und mündete in eine erste Kleinserienfertigung.
„Innovation entsteht durchs Tun, durchs schrittweise Stellen der richtigen Fragen, durch experimentieren, Fehler machen und davon lernen. Beim Moormodell konnten wir im Design Sprint und unseren Bootcamps, in welchen wir die Prototypen entwickelten, recht schnell herausfinden, was in der Vermittlung gebraucht wird und was technisch machbar und sinnvoll ist“, sagt Christian Teissl, Geschäftsführer vom EDIH-Partner FabLab Tirol.
Das entstandene Moor-Modell macht sichtbar, wie ein intaktes Moor aufgebaut ist, welche Folgen Entwässerung hat und wie Renaturierungsmaßnahmen wirken können. Es wurden dafür zwei Modelle entwickelt: eines zur Darstellung eines lebendigen Moores und eines zur Darstellung eines entwässerten Moores samt Wasserabfluss und Renaturierung durch Spundwände.
„Der Prototyp hat unsere Idee erstmals greifbar gemacht. Er zeigt anschaulich, wie ein Moor funktioniert, was Entwässerung bewirkt und wie Renaturierung helfen kann. Durch die digitale Entwicklung konnten wir das Modell Schritt für Schritt testen, verbessern und schließlich in Richtung Kleinserie weiterentwickeln“, so Auftraggeber Hermann Sonntag, sonntagplus. Inzwischen ist PEAT 3 schon in mehreren deutschsprachigen Naturschutzzentren, Umweltbildungseinrichtungen und Museen im Einsatz.

Digitale Lösungen testen, bevor investiert wird
Mit unserem Service „Test before Invest“ ermöglichen wir Unternehmen und öffentlichen Organisationen, digitale Technologien praxisnah zu erproben, bevor größere Investitionen getroffen werden. Gerade kleinere Organisationen profitieren davon, weil sie Ideen mit überschaubarem Risiko weiterentwickeln, technische Machbarkeit prüfen und früh erkennen können, ob eine Lösung für ihre konkreten Anforderungen geeignet ist“, sagt EDIH-Leiterin Olivia Zechner.
Im Fall des Moormodells wurde aus einer ersten Idee in mehreren Stufen ein anschauliches Test-Modell. Die Erkenntnisse aus der Entwicklung sowie dem Feedback von Nutzer*innen bildeten die Grundlage für die weitere finale Produktentwicklung. So unterstützt „Test before Invest“ nicht nur den Zugang zu neuen Technologien, sondern auch schnellere Lernprozesse, bessere Entscheidungen und marktnähere Innovationen.
EDIH Network Award for Excellence 2026
Der EDIH Network Award for Excellence 2026 zeichnet herausragende Digitalisierungsprojekte aus dem europäischen Netzwerk der European Digital Innovation Hubs aus. Im Mittelpunkt stehen Success Stories, die zeigen, wie Unternehmen und öffentliche Organisationen durch praxisnahe Unterstützung digitale Technologien erfolgreich erproben und weiterentwickeln können. Für die Ausgabe 2026 wurden insgesamt 69 Success Stories von EDIHs aus zwölf Ländern eingereicht. Die Awards wurden bei der Award Ceremony am 9. Juni 2026 in Brüssel von Lucilla Sioli, Director of the EU AI Office, DG CNECT, Europäische Kommission, präsentiert.
Über den EDIH „Crowd in Motion – AI“
Der European Digital Innovation Hub „Crowd in Motion – AI“ unterstützt Unternehmen mit bis zu 3.000 Mitarbeitenden sowie öffentliche Organisationen bei der Entwicklung und Erprobung digitaler Lösungen. Projekte im Rahmen von „Test before Invest“ können unter Einhaltung der De-minimis-Regelungen zu 100 Prozent gefördert werden. „Crowd in Motion – AI“ ist Teil des EU-Programms Digital Europe und wird von der Europäischen Kommission sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus kofinanziert.
- Success Story Digitales Moormodell: https://www.crowd-in-motion.eu/praxisbeispiele/digitales-moormodell/
- Homepage zum fertigen Moormodell PEAT 3: https://www.sonntagplus.com/projekt/moormodell-peat-3/
- Die Finalisten des EDIH Network Award for Excellence 2026: https://european-digital-innovation-hubs.ec.europa.eu/news/meet-finalists-edih-network-award-excellence-2026



